Ausgabekostenrechnung-Teil 3

Durch Kostensatzdifferenzierung zur besseren Preisfindung.

3. Teil: Kalkulatorischer Überhang, besonders ausgewiesener Teil der Kosten

Im Übrigen ist die Summe aus bilanziellen Aufwendungen und kalkulatorischem Überhang identisch mit den kalkulatorischen Kosten in der bekannten Definition. Gleichzeitig sind die Kostengruppen bilanzielle Aufwendungen und kalkulatorischer Überhang i. d. R. der größte Fixkostenblock im Betrieb – wichtig für eine tiefere Kenntnis der Kostensätze.

Der kalkulatorische Überhang ist dementsprechend die Differenz zwischen den gesamten kalkulatorischen Kosten und den tatsächlichen bilanziellen Aufwendungen.

Der Gestaltungsspielraum bei der Preisfindung ist primär auf diesen kalkulatorischen Überhang gerichtet, der das bilanzielle Betriebsergebnis nicht unmittelbar tangiert (nach wie vor allerdings das Ziel der notwendigen Wiederbeschaffung vernachlässigt). Die Vollkostendeckung ist auf lange Sicht zwingend.

Mit dem neuen Zeilenaufbau im Betriebsabrechnungsbogen werden nach wie vor die Vollkosten berechnet. Die Sicht auf die Kostenstellenkosten bei der Ausgabekostenrechnung zeigt jedoch verschiedene Kostenstufen, die für die Preisfindung von besonderer Relevanz sind.

In der heutigen Wettbewerbssituation wird oft ein Preis unter dem Vollkostensatz abgegeben. Die meisten Betriebe reduzieren den Verwaltungskostenaufschlag für den Auftrag bis zur vollen Konkurrenzfähigkeit oder arbeiten mit Preisstufen, ohne die Wirkungen auf den bilanziellen Erfolg und die Liquidität permanent vor Augen zu haben.

Definierte Preisstufen

Preisfindung für kundenindividuelle Leistungen erfordert immer den rechnerischen Aufbau in vollen, aber kontrolliert flexiblen Kosten.

Die hier vorgestellte Kostenstellenrechnung als Ausgabekostenrechnung konkretisiert einen Kostensatz 2, der ohne den Überhang der kalkulatorischen Kosten, aber mit den bilanziellen Aufwendungen, das Bilanzergebnis absichert.

Eine weitere Flexibilisierung des Angebotspreises in Richtung Kostensatz 3 würde immer noch alle Ausgabekosten decken und damit die Liquidität sichern. Bei realistischer Kostenbetrachtung stellt Kostensatz 3 die kurzfristige Preisuntergrenze dar.

Der so berechnete Stundensatz kommt auch in den Kostenträgerrechnungen wie Auftragsabrechnung und Auftragsgruppenrechnung zum Einsatz. Diese Ergebnisrechnungen können sowohl als Vollkostenrechnung, und mit Hilfe der differenzierten Kostenstufen, auch als Teilkostenrechnung aufgebaut sein. Vollkostenrechnerische Informationen werden von der konventionellen Kostenrechnung, wie auch von der Ausgabekostenrechnung erwartet und auch erzielt.

Autor: Alexander Richter (www.datamedia.org)

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