Kalkulation – Basis für den Unternehmenserfolg

Die Leistungserstellung ist, wie in vielen Branchen so auch in der Druck- und Medienindustrie, sehr komplex. Für den Druck beispielsweise einer Broschüre im Bogenoffset sind nicht nur Papier und Farbe, eine Druckmaschine und der Drucker, der die Maschine bedient, notwendig, sondern auch das Gebäude, in der die Maschine steht. Die Maschine muss mit Strom versorgt werden. Es werden Feucht- und Reinigungsmittel benötigt. Des Weiteren muss eine Druckform oder eine digitale Druckvorlage erstellt werden. Die gedruckten Bogen müssen auf anderen Maschinen weiterverarbeitet werden. Jeder Auftrag muss geplant, vorbereitet und abgerechnet werden. Dazu sind Büros mit Schreibtischen, Rechnern, Telefonen und vielen weiteren Büromaterialien im Einsatz. Für das Personal sind Sozialräume (Pausenraum, Toiletten, Umkleideräume) notwendig. Und für all dies, und noch einiges mehr, fallen Kosten – in der Summe als Selbstkosten bezeichnet –an, die mit den Erlösen aus dem Verkauf der Broschüre erwirtschaftet werden müssen.

Doch woher weiß der Drucker, ob der Preis, den er für ein bestimmtes Produkt erzielt, auch seine Kosten deckt? Wie hoch sind überhaupt seine Kosten? Macht er Gewinn oder Verlust? Zur Beantwortung dieser und noch weiterer Fragen ist die Kalkulation erforderlich.

Die Kalkulation steht somit für die Ermittlung der Kosten, die für die Produktion einer Mengeneinheit eines Erzeugnisses, einer Dienstleistung oder eines Auftrags entstehen. Eines der Ziele ist es, die Selbstkosten bereits vor der Leistungserstellung absehen zu können. Insbesondere bei der für die Druck- und Medienbranche typischen Auftragsproduktion wird dies notwendig. Auf der Basis der ermittelten Selbstkosten einer Auftragsanfrage kann mit dem Kunden ein Verkaufspreis der Leistung verhandelt werden. Nur wenn der Marktpreis mindestens die Kosten der Auftragsausführung deckt, kann ein Unternehmen wirtschaftlich und erfolgreich sein.

Autor: Ulrich Smets (www.smets-controlling.de)

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